Strategie

Ziele im digitalen Marketing

By 5. Oktober 2016 No Comments

Es gibt Lebensweisheiten, die man besser nichts aufs Online Marketing überträgt. Der Weg ist das Ziel, ist eine davon.

Digitales Marketing braucht Ziele

Während Blindflug in der klassischen PR (mit dem ein oder anderen blauen Auge) noch gut gegangen sein mag, funktioniert er im digitalen Marketing längst nicht mehr. Wer sich vor der strategischen Knochenarbeit drückt und hofft, sie werde sich im Laufe der Zeit schon von allein erledigen, wird das spätestens bei der Evaluation bereuen. Die folgenden drei Schritte bewahren Sie davor, bei der Ergebnispräsentation ins Stottern zu geraten:

Schritt 1: Die Sinnfrage stellen

Kennen Sie Simon Sinek? Wenn nicht, sollten sie bei nächster Gelegenheit ein paar Minuten in diesen TED-Talk investieren. Sineks Credo “It doesn’t matter what you do, it matters why you do it” gilt für Führungs- und Kommunikationsaufgaben gleichermaßen. Wer schon einmal Projektverantwortung hatte, weiß (aus schmerzhafter Erfahrung?), dass man das Warum besser zu Projektbeginn als in der Schlussphase ergründet. Festgehalten in Form eines Mission Statements, ist sichergestellt, dass die Sinnfrage nicht in Vergessenheit gerät. Arbeitet man im Team oder mit Kunden, sollte das Warum gemeinsam formuliert werden, um ein geteiltes Grundverständnis zu schaffen.

Schritt 2: Erfolg definieren

Woran erkennen wir, dass eine Kampagne erfolgreich ist? Eine einfache, aber nicht banale Frage. Oft sind weiche, mehrdeutige Begriffe Bestandteil der Antwort: “Wenn alle zufrieden sind“ und „die Sache gut ankommt”, heißt es dann. Aha. Zufrieden. Gut ankommen. ProjektmanagerInnen stöhnen und Google Analytics-Aficionados suchen verzweifelt nach Metriken für solche Erfolgsmaßstäbe. Der größte Fehler, den Sie in dieser Situation begehen können, ist nicht nachzufragen, woran das Gegenüber seinen subjektiven Eindruck von Erfolg fest macht. Denn „gut ankommen“ kann positives Feedback über den Support, Klicks auf Facebook, aber auch unternehmensinterne Anerkennung bedeuten. Lassen Sie sich also schildern, woran Ihr Gegenüber erkennen wird, dass das Projekt super gelaufen ist. Wer nachbohrt und sich nicht vorschnell zufrieden gibt, kann nur gewinnen. Auch hier gilt: Wer seine Ergebnisse niederschreibt, schafft Verbindlichkeit.

Schritt 3: Fakten schaffen

Wenn klar ist, was Erfolg für die Beteiligten bedeutet, kommen wir zur Königsdisziplin: Wir müssen die Erwartungen in Zahlen gießen. Ja, müssen! Denn dieser Schritt wird gerne übersprungen – aus Angst, zu hohe Ziele zu stecken oder aus Unschlüssigkeit, auf welche Werte es wirklich ankommt. Sie kennen diese Phase wahrscheinlich: Es ist die Zeit, in der wir gerne nach Benchmarks googeln, um nach frustrierender Suche zum Schluss zu kommen, dass es besser ist, keine Zahlen auf den Tisch zu legen. Doch das ist eine trügerische Sicherheit.

Schaffen Sie lieber sofort Fakten, indem Sie mit konkreten Zahlen und Zielen (die Sie für realistisch halten) ins Projekt starten. Denn auf dem richtigen Weg zu sein, das Ziel aber (noch) nicht erreicht zu haben, ist weniger bitter, als in die falsche Richtung gelaufen zu sein.